Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Abend in Linz, unter dem Titel „Trauern, Pinge, Einsamkeit: Arbeiten zwischen Schwund und Heilung“. Die MAERZ Künstler- und Künstlerinnenvereinigung und das Büro für nützliche Fiktionen co.lab haben die Gläsernen Texte im Rahmen des Programms „Flausen“ eingeladen.
Donnerstag, 16. November, 19 Uhr
Galerie MAERZ, Eisenbahngasse 20, 4020 Linz
Im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gemeinschaft versuchen Ella Felber, Julius Handl und Jakob Kraner den Rückbau jener Mechanismen voranzutreiben, die Vereinzelung fördern. Zwischen notwendiger kollektiver Trauerarbeit, dem Aufgeben von Schutzhaltungen und dem Umgang mit erodierenden Konzepten, werden auf der Bühne Verknüpfungen geschaffen, die Denkprozesse bis zur Handlungsmöglichkeit anreichern. Zwischen Lesung, Performance und Gespräch angesiedelt, versucht der Abend den Werkstattcharakter von „Gläserne Texte“ in ein Bühnenprogramm zu übersetzen. Moderation: Laura Untner.
Ella Felber: Das kollektive Trauern ist eine oft verdrängte, aber notwendige Tätigkeit, um in dieser herausfordernden Welt handlungsfähig zu bleiben. Die Lesung wird zum Ort des Zusammenkommens verschiedener Textstücke aus abgeschlossenen, liegen gelassenen und gerade im Entstehen befindlichen Projekten.
Julius Handl: Die unscheinbare Pinge mutet wie eine Erhebung im Waldboden an, ist aber das Ergebnis menschlicher Einflussnahme, meist des Bergbaus. Die ausdifferenzierte Kausalwelt der Pingen eignet sich für Übersetzungsversuche in das Sprachliche, um in der Sprachlosigkeit des Einzelnen den möglichen Einsturz stützender Konzepte zu suchen.
Jakob Kraner: Unter Zuhilfenahme meines Debüts „Kosmologie“ versuche zu ich erkunden, wie Literatur politischen Anliegen dienen kann, in Schichten, die tiefer liegen als Aktivismus und Solidarisierung. Wie kann sie einen Beitrag leisten für den Abbau von Schutzhaltungen, für einen Umgang mit dem Unverstandenen Anderen?
